ARD - 15.04.2012 - 17:30 Uhr - 30 Min.
Mein Mann, der Mörder
Ein Film von Stephanie N. Linke

24 Jahre lang führt Renate H. mit ihrem Mann Detlef eine glückliche, gutbürgerliche Musterehe.
Meinte sie. Bis zum 11. Dezember 2010. An diesem Tag wird ihr Mann von einem Sondereinsatzkommando
der Polizei verhaftet. Ihr geliebter „Teddy" soll ein mutmaßlicher Mörder mit bisexuellen Neigungen sein:
Der sogenannte „Parkplatzmörder“. Mit seiner Verhaftung bricht die scheinbar makellose Fassade
von Renates Leben zusammen. Sie durchleidet ein Gefühlschaos: Waren die 24 Ehejahre eine einzige Lüge?
Hat sie ihren Mann je gekannt? Soll sie sich jetzt gänzlich von ihm abwenden? Warum hat sie die Anzeichen
für das Doppelleben ihres Mannes nicht bemerkt? Trägt sie eine moralische Mitschuld?
Renate H. ist entsetzt über die Taten ihre Mannes, aber auch über ihre eigene Unwissenheit.
Gleichzeitig sehnt sie sich nach ihm, der sie „mein Engelchen“ nannte, und hat Mitleid mit dem
weinenden Mann in der Zelle. Aus der großzügigen Wohnung muss sie ausziehen, denn Teddy hat auch
die Konten leergeräumt. Die Nachbarn wechseln die Straßenseite, selbst ihre Kinder brechen den
Kontakt zu ihr ab. Anfangs traut sich Renate aus Scham kaum noch vor die Tür. Inzwischen geht sie
offener mit ihrer Situation um. Trotzdem hat sie Angst vor Zukunft: „Ich habe nichts getan und werde
doch mit bestraft.“

Stephanie N. Linke begleitet Renate H. während des Prozesses gegen ihren Mann und bei ihrem Versuch,
das Unbegreifliche zu begreifen.

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